Donnerstag, 15. November 2012
Ich will die Welt verändern
Ich bin nicht perfekt.
Niemand ist das.
Aber das Schreckliche daran ist, dass alle von mir erwarten, perfekt zu sein. Kein einziger Fehler wird mir zugestanden. Und um ehrlich zu sein, mache ich auch kaum Fehler. Aber wenn ich einmal einen mache, werde ich noch Monate später daran erinnert.

Und wenn meine Mutter 'mal einen Fehler macht, gesteht sie das nie ein und dann ist es natürlich wieder unerhört, dass ich ihr überhaupt etwas vorwerfe.

Das allerschlimmste ist, dass sie auch noch immer ihre ganze Wut an mir auslässt, obwohl ich gar nichts mit der Sache zu tun habe, über die sie sich so aufregt.
Und wenn ich etwas damit zu tun habe, meinte ich zumindest nichts böse.

Und ich könnte sie anbrüllen, anschreien und die Türen knallen lassen, aber was tue ich stattdessen?
Ich schlucke alles hinunter, gehe in mein Zimmer und dann kommt alles wieder hoch, sodass ich anfangen muss, zu weinen (hört sich wahrscheinlich schwach und lächerlich an, ist jedoch vollkommen ernst gemeint). Oder ich fange an, zu schreiben.

Es ist so unerträglich. Ich tue schon immer alles, was sie wollen. Ich schreibe immer gute Noten, bin höflich zu ihren Freunden, obwohl mich manche von ihnen zur Weißglut treiben, helfe ihnen, wo ich kann und bin immer das liebe, nichtssagende Mädchen.

Die Erwachsenen (und damit meine ich nicht nur meine Eltern) hören mir nie zu. Sie halten sich wahrscheinlich alle für klüger, erfahrener, gebildeter und besser als ein kleines Mädchen wie mich, im jungen, dummen Alter von 15 Jahren.
Sie denken bestimmt, ihre Meinung sei wichtiger als meine und auch viel interessanter. Geschweige denn, dass sie überhaupt glauben, ich hätte eine.

Wenn ich nicht so taktvoll wäre und nicht auch manchmal, wenn nötig, meinen Mund halten würde, würden sie leider alle auf sehr bittere Art und Weise erkennen müssen, dass ich alles genauso gut und oft sogar besser weiß. Doch das tue ich nicht, weil ich einerseits keine Besserwisserin bin und andererseits würden sie mich für arrogant und selbstverliebt halten in ihrer eigenen Eitelkeit.

Und wenn ich meinen Eltern 'mal meine Meinung geige, schnauzen sie mich an, wie undankbar ich sei.
Ein kluger Mensch gab eines Tages folgendes von sich: "Der, der am lautesten schreit, hat am wenigsten Ahnung. Denn der, der Recht behält, hat es nicht nötig, laut zu werden, um sein Recht zu verteidigen und seine Meinung zu vertreten." Das passt in meinem Fall wie die Faust aufs Auge.

Es ist furchtbar unterdrückend, welches Spielchen hier mit mir getrieben wird. Ich kann nicht mehr und ich will nicht mehr. Das würde ich am liebsten sagen, aber irgendetwas hält mich davon ab.



Ich muss immer tun, was sie von mir verlangen und ihre erschreckend hohen Erwartungen erfüllen. Und später, wenn ich erwachsen bin, so um die 50 Jahre alt, werde ich mich bestimmt fragen, was eigentlich aus mir geworden ist. Und ob sich all die vielen Träume, die ich als Jugendliche hatte, erfüllt haben.

Doch im Endeffekt war ich bis jetzt nur eine Marionette. Die Marionette meiner Eltern. Ich kann nur hoffen, dass das nicht für immer so bleiben wird.

Ich will meinen eigenen Weg gehen, eigene Entscheidungen treffen, eigene Erfahrungen sammeln, auch einmal Fehler machen, damit ich daraus etwas lernen kann.

Ich will die Welt verändern.
Großartiges erreichen und schaffen.
Ich will nicht sofort nach meinem Tod vergessen werden, ich will nicht gehen, ohne etwas Einzigartiges getan zu haben.
Ich möchte helfen, unterstützen, mitwirken. Am liebsten in Drittweltländern.
Ich möchte arme Kinder glücklich machen.
Ich will die Menschen auf dieser Welt zu etwas bewegen, ich möchte Gefühle in den Leuten wecken.
Eigentlich will ich nur glücklich werden, egal wie. Und es macht mich unglücklich, wenn ich arme Menschen in Afrika, Brasilien und vielen anderen Ländern an Hunger leiden sehe.
Ich möchte diese Tatsache ändern. Von ganzem Herzen. Mit all meiner Kraft und all der Liebe, die ich stets in mir trage.

Aber die Erwachsenen versperren mir den Weg. Sie lenken mich auf die falsche Spur. Ich bin gezwungen, Marionette zu spielen. Doch lange kann ich nicht mehr in der Rolle bleiben.

Der Gedanke an ein Abenteuer, an ein neues Leben, an die Zeit nach dem Abitur, wenn ich endlich in die richtige Richtung gehen kann, kitzelt mich in den Adern.

Ich wünschte, die Welt wäre anders.
So, dass jeder seine Einzigartigkeit ausleben könnte, dass Geld nicht so wichtig wäre und dass nicht schlussendlich alle davon abhängig wären.

In Liebe, Lia Claire

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HI LIA CLAIRE
Ich weiß wie es ist so mies zu behandelt zu werden ist.Ich leide auch manchmal an dieses dumme gefühl und mag es auch nicht so behandelt zu werden das stimmt alle denken sie seihen besser und schlauer und können sich so auffüühren bloß weil sie älter sind
wir können ja mal schreiben
DEINE ONE DAY♂☆☆

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sehr gern! :) <3

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