Dienstag, 13. November 2012
Mein erster Beitrag - uiuiuiui
Ich wünsche mir so sehr, mein Leben wäre in irgendeiner Weise interessanter oder aufregender oder ereignisreicher...
Das Leben fühlt sich so oberflächlich an und ich bin es leid, immer alles richtig zu machen. Ich bin es leid, dass nichts passiert. Dass das Leben irgendwie an mir vorbeifliegt, ohne mich mitzunehmen.
Dabei reise ich doch so gern.

Es gibt niemanden, der über dein Leben entscheiden darf, außer dir selbst.

Alles ist so normal. Normal ist langweilig. Ich durchgehe etliche Stadien der Einsamkeit gleichzeitig.

Ich schreibe in letzter Zeit nicht mehr. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal geschrieben habe. Dabei habe ich doch einen Traum. Den Traum, Schriftstellerin zu werden. Ich glaube, ich träume zu viel. Ja, ich bin eine wahre Träumerin, aber wer ist das in meinem Alter nicht?

Wie bereits gesagt, nicht einmal mehr schreiben tue ich. Es erfüllt mich nicht mehr so wie vorher. Dabei war das Schreiben immer das einzige richtige, wahrhaftige in meinem Leben. Etwas, dass nichts mit der grässlichen Außenwelt und ihrer noch grässlicheren Gesellschaft zu tun hatte.

Ich schreibe und bin in einer anderen Welt. Und diese andere Welt ist keine heile Welt, denn so etwas gibt es nicht, doch sie ist eine ehrliche, freie Welt. Eine, in der man nicht unter ewigem Leistungsdruck steht; eine, in der jemand wie ich, der überhaupt nicht in unsere Welt passt (ich bin ein altmodischer, träumerischer Mensch), eine Chance hat, sich selbst auszuleben. Eine Chance, das Leben nicht an einem vorbeisausen zu lassen. Ich kann mich nur beim Schreiben richtig ausdrücken.

Vielleicht habe ich aber auch lange schon nicht mehr geschrieben, weil es momentan total öde bei mir aussieht. Ich habe nichts zu erzählen. Ich erlebe nichts, worüber ich nachdenken und dann schreiben könnte.

Das Einzige, worüber ich noch nachdenke, ist die Einsamkeit, die mich überkommt, wenn ich merke, dass man sich in unserem Universum nur noch mit elektronischen Geräten beschäftigt. Der Mensch ist jemand, der forscht, weil er wissen will. Ich frage mich jedoch, warum die Leute immer eine, wissenschaftliche, nachvollziehbare und logische Erklärung brauchen. Warum können sie die Dinge nicht einfach so hinnehmen wie sie sind und glücklich darüber sein? Die Menschheit ist abhängig von dieser Elektronik und Technik geworden und ich muss zugeben, dass ich da nicht gerade aus der Reihe tanze.
Ich tanze mit. Gegen meinen Willen, aber weil man sonst keine Zukunft mehr hat.

Das ist eine so unendlich schlechte Ausrede, dessen bin ich mir bewusst. Vielleicht ist das mein Fehler. Die Angst, zu versagen. Die Angst, keinen Anschluss mehr zu finden und schlussendlich alleine dazustehen. Sie hemmt mich.

Mein Leben ist so schrecklich uninteressant. Nichts passiert, was wirklich wichtig ist. Und ich lerne eben nicht mit jedem Tag dazu. Weil ich nämlich fünf Tage die Woche dazu gezwungen bin, immer genau das Gleiche zu tun.

Ich fühle mich einsam, weil ich das Gefühl habe, nicht geliebt zu werden. Und ich meine damit nicht Familie und Freunde, denn diese Liebe ist selbstverständlich.

Ich muss 'raus. 'Raus aus dieser Stadt, diesem Land. 'Raus aus meiner Alltagsroutine, 'raus aus dieser Welt. Das hat nichts damit zu tun, dass ich Hamburg (meine Heimat) oder Deutschland nicht leiden kann.

Doch vielleicht hilft es ausnahmsweise einmal, davonzulaufen.

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